Neubau Landesmuseum – über den Umgang mit Widerständen
Der kantonale und der städtische Heimatschutz machen auch gegen das reduzierte Projekt für den Ausbau des Landesmuseums Opposition. Der Heimatschutz will aber nicht rekurrieren, sondern den politischen Weg einschlagen und dafür sorgen, dass gegen den städtischen Beitrag von 10 Millionen Franken das Referendum ergriffen wird. Den Rekursweg will dagegen die Schweizerische Gesellschaft für Gartenkultur beschreiten.
Für den Zürcher Regierungsrat ist klar: Das öffentliche Interesse «am Fortbestand und an der Weiterentwicklung des Landesmuseums» wiegt schwerer als die denkmalpflegerischen Interessen. Deshalb hat er bereits 2005 die Rekurse von Heimatschutz und Gesellschaft für Gartenbau gegen den Erweiterungsbau abgelehnt. Die Rekurse wurden trotzdem ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Jedoch drei Tage zu spät, die Rekursfrist war deutlich abgelaufen. Für das Gericht ein klarer Fall: Nichteintreten! Zurück blieb ein frustrierter Heimatschutz, der – nun erst recht – nicht aufgeben wollte. Der Heimatschutz hat angekündigt, nun den politischen Weg einzuschlagen und dafür zu sorgen, dass gegen den städtischen Beitrag von 10 Millionen Franken das Referendum ergriffen wird.
Ist dies unumgänglich für Projekte dieser Art? Muss die Projektplanung einfach mehrere Monate oder gar Jahre für Verzögerungen durch Rekurse mit einplanen? Oder ist es auch eine Frage, wie man nicht nur im konkreten Beispiel, mit Widerständen umgeht? Wie werden Andersdenkende behandelt? Werden ihre Meinungen ernst genommen? Werden sie dazu eingeladen, andere Wege zum (gemeinsamen) Ziel zu zeigen, Vorschläge zu machen, sich jedenfalls zur Sache zu äussern? Umgang mit Widerständen fällt oft schwer, weil wir ihn zu sehr auf der Beziehungsebene interpretieren. Andere Meinungen werden oft erst dadurch, dass sie nicht ernst genommen werden, zu wirklichen Blockaden.
Zur aktuellen Debatte:
“Schade, dass jetzt schon vorbei ist…” – Schade für die verpasste Chance, Herr Stadtbaumeister.



