Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Winkelwiese 10 – wie weiter?

Frank Binder kann das städtische Grundstück an der Winkelwiese 10 übernehmen. Die Stadtzürcher Stimmberechtigten haben der Abgabe im Baurecht mit einer knappen Ja-Mehrheit zugestimmt. Der Weg ist jedoch noch weit, bis auf dem Grundstück gebaut werden kann. Die Gegner hatten schon vor der Abstimmung angekündigt, dass mit Rekursen zu rechnen sein würde. Nicht im Interesse von Bauherr und Stadt dürfte es sein, sich  nun in einen kommunikativen Winterschlaf zu begeben.

Man hätte glauben können, der Zürcher Souverän habe letztes Wochenende über eine zu vergebende Baubewilligung abgestimmt. Da wurde nämlich vor allem über Gebäudehöhen, Bruttogeschossflächen und  “Monstervillen” diskutiert. All dies stand jedoch nicht zur Debatte. Über was hatten die Stimmberechtigten zu befinden? Es ging um eine grundsätzliche Strategie, wie mit strategisch momentan nicht bedeutenden Parzellen umzugehen sei. Die Stadt möchte diese Grundstücke zu Marktpreisen im Baurecht abgeben. Die Mehrheit der Zürcher Stimmberechtigten, sind mit diesem Vorgehen einverstanden und befürworteten am Wochenende die Abgabe des Grundstückes im Baurecht an den Meistbietenden.

Verhandlungsspielraum klären

Falsch wäre es, wenn sich Stadt und Bauherr, nach dem positiven Ausgang der Abstimmung nun in den kommunikativen Winterschlaf begeben würden. Von weiteren Widerständen ist auszugehen – Rekurse wurden bereits angemeldet. Dazu sind aber nur noch die direkt vom Projekt betroffenen Kreise sowie Organisationen, wie z.B. der Heimatschutz, berechtigt. Theoretisch ist der Weg bis vor Bundesgericht möglich. Es lohnt sich also, nach Beruhigung der Gemüter, die Zeit zu Nutzen. Nicht um sich auf Nebenschauplätze zu verirren. Es geht nicht darum, wieviel Wohnfläche in einem luxuriösen Villenbau angebracht ist. Aber es gibt Nachbarn, die es zu kontaktieren, anzuhören,  ernst zu nehmen gilt. Und es gibt den Heimatschutz, der ein Gesicht zu wahren hat, vor seinen Mitgliedern. Diese Gespräche ohne Verhandlungsspielraum zu führen, wäre sinnlos. Rekurse wohl unvermeidbar. Bauherr und Stadt haben nun genau zu klären, wo und in welcher Form sie auf die Verhandlungspartner zugehen können. Konsequent aber verständnisvoll. Ohne Einbezug der Betroffenen, wäre das Projekt wohl nur gegen den Preis juristischen Auseinandersetzungen und jahrelangen Verzögerungen realisierbar.

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