Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Sportarena Luzern – über den Umgang mit der Hochhausfrage

www.sportarena-allmend.ch)

Sportarena Allmend mit geplanten Wohnhochhäusern. (Bild: www.sportarena-allmend.ch)

Am 24. Februar ist die Umzonung für das Areal der Sportarena zusammen mit den anderen Allmendvorlagen gutgeheissen worden. Nun muss der Souverän Ende November noch dem Baukredit zustimmen. Trotz erfolgreicher Umzonung: Die Hochhausdebatte ist noch nicht vom Tisch.

Mit 25 Ja und 17 Nein (2 Enthaltungen) sind die Baurechtsverträge zwischen der Stadt und dem Investor Ende September vom Grossen Stadtrat gutgeheissen worden. Am 20. Dezember 2007, als es um die Umzonung für die Wohnhochhäuser ging, war die Abstimmung im Stadtparlament mit 20 Ja gegen 18 Nein noch deutlich knapper ausgefallen. Drei grüne Stimmen wechselten auf die Befürworterseite und machten den Unterschied aus. Am 30. November stimmen die Luzernerinnen und Luzerner über den Baukredit ab. Obwohl die Hochhausfrage mit dem Ja zur Umzonung nun eigentlich vom Tisch ist, dürften die geplanten Wohnhochhäuser weiterhin die Debatte rund um den Stadionneubau bestimmen. Und Parlamentsbeschluss hin, Volksabstimmung her: Einige Anwohner setzen gar alles daran, den Bau der Wohnhochhäuser auf der Allmend über den juristischen Weg zu verhindern.

Neue LZ, 28.9.08: “Beschreitet die Anwohnergruppe den Rechtsweg tatsächlich, dann dürften über der Luzerner Allmend dunkle Wolken aufziehen. Das Beispiel des Stadtzürcher Hardturm-Stadions zeigt: Setzen sich Anwohner gegen ein Grossbauprojekt zur Wehr, führt das zu massiven Verzögerungen. Konkret heisst das: Der Fall geht über den Instanzenweg rauf und möglicherweise wieder runter, vom Verwaltungsgericht hinauf zum Bundesgericht und wieder zurück. Eine schier endlose Schlaufe kommt in Gang, zermürbend für Planer, Investoren und Kläger. Noch ist es in Luzern aber noch nicht so weit.”

Hochhaus als Geldmaschine?

Seit gut zehn Jahren erlebt das Hochhaus in der Schweiz eine Renaissance. Zeugten davon zunächst vereinzelte Bauten und Projekte, wachsen die Türme zurzeit in grösserer Zahl in den Himmel. Trotz dieser Renaissance – Hochhäuser sind sind immer noch eine hoch emotionale Angelegenheit. Das zeigt das aktuelle Hochhausprojekt auf dem Messegelände Beaulieu in Lausanne. Kaum präsentiert, war die Debatte in den Westschweizer Zeitungen lanciert. «Le Matin» liess sich zu einer wüsten Polemik hinreissen, bei den Kommentaren der Internet-Leser überwiegt Skepsis. Der Grundtenor: «Weniger hoch wäre besser». In Zug kam im Umfeld der umstrittenen Abstimmmung zum Bebauungsplan Belvedere die Initiative “Hochhausstandorte mit Vernunft” zu stande. Die geplanten Hochhäuser auf dem ehemaligen Spital-Areal trugen massgeblich zum Nein der Zugerinnen und Zuger zum Bebauungsplan bei – obwohl mit Ausnahme der Alternativen – sämtliche Parteien das Projekt unterstützten.

Vor diesem Umfeld ist es erstaunlich, wie knapp die Hochhausfrage in der Argumentation der Befürworter der Sportarena Allmend behandelt wird (vgl. www.sportarena-allmend.ch). Unter den Hauptargumenten für ein Ja, tauchen sie gar nicht erst auf. Einzig in der Rubrik  “Fragen&Antworten” nimmt die letzte Frage dazu Stellung: Die Hochhäuser werden primär als “Geldmaschine” beschrieben, um damit das Stadion zu finanzieren. Die Frage, ob Hochäuser an dieser Stelle richtig sind, wird nicht mehr thematisiert und mit dem Ja der Bevölkerung zur Umzonung auch als bereits beantwortet betrachtet.

Vorurteil: Hochhaus = Investorentraum

Ein bekanntes Vorurteil zu Hochhäusern besagt, dass vor allem Investoren Hochhäuser bauen wollen, um damit möglichst viel Geld zu verdienen. Hauptinvestor in Luzern ist die Credit-Suisse – im aktuellen Umfeld nicht gerade ein Sympatieträger. Mit der gewählten Argumentation wird es den Befürwortern nicht gelingen, Wohnhochhäuser in ein neues Licht zu rücken. Das Bild der Bevölkerung ist immer noch geprägt von Bauten der 60er und 70er Jahre, die – so die Volksmeinung – bloss von Randständigen bewohnt werden. Die aktuell in der Schweiz geplanten Hochhäuser unterscheiden sich jedoch radikal von diesen alten Konzepten. Nichts von alledem erfährt der Bürger jedoch auf der Website der Stadionbefürworter. Gelingt es den Befürwortern dem emotionalen Thema “Hochhaus” keine eigenen emotionalen Bilder entgegen zu halten, gehe ich von einer Zitterpartie für die Stadion-Befürworter aus.

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