Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Kongresshaus Zürich – Schnellschuss des Stadrates?

Areal beim jetzigen Deutschen Seminar der Uni Zürich

Universität sagt Nein: Areal beim jetzigen Deutschen Seminar der Uni Zürich

Heute morgen informierte der Zürcher Stadtrat über die Ergebnisse der neuen Standortevaluation für das Kongresshaus. Vom Ergebnis zeigen sich die Betreiber des heutigen Kongresshauses überrascht und enttäuscht. Die Betriebsgesellschaft wie auch die Kongresshausstiftung als Eigentümerin des Kongresshauses wurden anscheinend nicht in die Standorteevaluation einbezogen. “Mit dem Standortentscheid setzt der Stadtrat  den Kongressstandort Zürich mutwillig aufs Spiel”, schreibt Stephan Netzle, Präsident des Verwaltungsrates der Betriebsgesellschaft Kongresshaus AG in einer Medienmitteilung.

Mit dem Entscheid, den bisherigen Standort für ein Kongresshaus aufzugeben, fällt er den Bemühungen, die Stadt Zürich für Kongresse attraktiv zu machen, in den Rücken, schreibt die Betriebsgesellschaft Kongresshaus in ihrer Mitteilung. Man sei vom bisherigen Standort überzeugt und fordert den Stadtrat auf, seinen Schnellschuss zu überdenken. Den ablehnenden Entscheid für das Projekt Moneo schreiben die Betreiber nicht dem Standort zu. Insbesondere das schwer verständliche Grundstücksgeschäft mit dem Nachbarn für den Hotelbau oder die zurückhaltende Informationspolitik der Stadt hätten zum Abstimmungs-Nein geführt. Ebenfalls hätte das Projekt Moneo ästhetisch nicht überzeugen können. Die Analyse der Abstimmung vom November gibt den Kongresshausbetreibern recht.

Bereits nach dem Abstimmungsentscheid hatte man den schnellen Rückzug von Stadträtin Martelli beklagt (NZZ v. 3. Juni 2008 ) . Die Betriebsgesellschaft ist denn auch weiterhin überzeugt, dass der heutige Standort am See für ein Kongresshaus ideal sei und zum Erfolg des bestehenden Gebäudes beiträgt. Zu diesem Schluss kam der Stadtrat selber schon vor fünf Jahren.

Heutiger Standort am See ist ideal

Der plötzliche Sinneswandel führen die Kongresshausbetreiber auf mangelnde Standfestigkeit der Exekutive zurück und auf die Angst sich mit einem weiteren Anlauf die Finger nicht noch einmal zu verbrennen. Aber auch an den neuen Standorten dürfte ein Neubau weder einfacher noch günstiger zu realisieren sein. Zum Standort neben den Hauptgebäuden von Uni und ETH gibt es bereits ein Nein von Seiten der Uni-Direktion, die den Platz für den eigenen Ausbau beanspruchen. Auch der Kanton, als Besitzer des Areals, weist die Pläne der Stadt zurück. Im Masterplan sei kein Kongresszentrum vorgesehen. Deshalb wären eine Änderung des erst 2007 revidierten Richtplans und ein neuer Beschluss des Kantonsrats nötig.

Erstaunlich ist,  dass weder die Eigentümerin (Kongresshaus-Stiftung) noch die Betreibergesellschaft des heutigen Kongresshauses in den Standortentscheid mit einbezogen wurden. Es stellt sich somit die Frage, was mit dem bestehenden Kongresshaus geschehen soll? Auch auf der der Seite, die für den Erhalt des Häfeli-Moser-Steiger Baus gekämpft hatten, ist es ruhig geworden (siehe hier).

Die Betriebsgesellschaft fordert den Stadtrat auf, seinen Entscheid nochmals zu überdenken und die Möglichkeiten, die sich am heutigen Standort bieten, sorgfältiger abzuklären. Sie ist überzeugt, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem mutigen Neubauprojekt mit direktem Zugang zum See ihre Zustimmung nicht verweigern würden.

Medienmitteilung Betriebsgesellschaft Kongresshaus

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