Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Neues Villa Rosau-Projekt bringt Diskussion um Seeufer wieder in Gang.

Charles Roulet zeigt den geplanten Neubau zwischen dem Kongresshaus und der Villa Rosau. (Bild: Zürich2, Lokalinfo)

Charles Roulet zeigt den geplanten Neubau zwischen dem Kongresshaus und der Villa Rosau. (Bild: Zürich2, Lokalinfo)

Charles Roulet, Delegierter des Verwaltungsrates der Villa Rosau AG, posiert in «Zürich 2» vor dem Modell der geplanten Neubebauung des Villa Rosau Areals. Das Bauvolumen ist um einiges urbaner, als das “Park-Hotel”, das Moneo im Rahmen seines Kongresshaus-Projektes auf dem Gelände vorgeschlagen hatte. Die Diskussion um die Gestaltung des Zürcher Seeufers  geht damit in die nächste Runde. Gut so.

Seit der gescheiterten Kongresshaus Abstimmung am 2. Juni 2008 ist es von offizieller Seite ruhig geworden um das Areal der Villa Rosau. Die Zürcher Stimmbevölkerung hatte damals den Kauf des Grundstücks abgelehnt. Hinter den Kulissen wurde jedoch keine Pause eingelegt. Die privaten Besitzer nahmen ihre alten Pläne hervor. Wer geglaubt hat, mit dem Nein zum Kongresshaus-Projekt, bleibe am am Zürichsee nun alles wie früher, wird mit der Realität konfrontiert.

Verzicht auf öffentliche Nutzung ist ein Unding

Der Entwurf des Architektenteam Gigon/Guyer wird dem Seeufer ein durchaus neues Gesicht geben. Das Wohn- und Geschäftshaus kommt um einiges “städtischer” und kantiger daher, als das Kongresshotel von Moneo, das nicht so recht wusste, ob es sich nun als liebliches Seminarzentrum am See oder doch als Teil der Stadt am See geben sollte. «Den privaten Eigentümern ist es freigestellt, im Rahmen der gesetzlichen Schranken nach eigenen Überlegungen über passende Nutzungen zu entscheiden», heisst es in einer eben veröffentlichen parlamentarischen Antwort des Stadtrats. Eine öffentliche Nutzung ist laut der Besitzerfamilie auf dem Gelände nicht vorgesehen. Und das ist der grosse Wermutstropfen am Projekt. Welche Qualität eine Stadt einbüsst, wenn sie auf attraktive öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss verzichtet, lässt sich eindrücklich in Neu-Oerlikon besichtigen. Was am “Stadtrand” schade aber verkraftbar bleibt, ist am attraktivsten Standort der Innenstadt ein Unding. Das Gebiet zwischen Paradeplatz - Bürkliplatz und Bahnhof Enge hat ein bisher völlig unterschätztes und kaum genutztes Potenzial die Zürcher City weiter zu bauen und weiter zu entwickeln. Ein reiner Büro- und Wohnbau ohne zusätzliche öffentlich Nutzung kann dazu keinen Beitrag leisten.

Getagged mit: , , , ,

Kommentare schreiben