Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Weshalb Basel kann und Zürich nicht…

Matthias Horx, Peter Sloterdijk (Bild: swiss.magazin-world-architects.com)

Matthias Horx, Peter Sloterdijk (Bild: swiss.magazin-world-architects.com)

Wohin müssen sich unsere Städte entwickeln? - darüber referierten und diskutierten gestern Mittwoch im Rahmen des Future Forums der Bau- und Immobilienmesse Swissbau der Philosoph Peter Sloterdijk und der Trendforscher Matthias Horx. Moderiert wurde das illustre Zusammentreffen vom Publizisten Roger de Weck.

Beide Referenten wiesen eindringlich und mit einem gewissen Wehmut auf das Verschwinden des stadttragenden Grossbürgertums hin. De Weck merkte an, dass Genf und Basel von den Zuwendungen des Grossbürgertums profitieren würden, wohingegen in Zürich keine tragende Schicht zu identifizieren sei. Als Folge würden in der grössten Schweizer Stadt keine grossen, bekannten Bauwerke gebaut werden. Sloterdijk entgegnete auf diese Gegenüberstellung, dass er den Weg Zürichs als exemplarisch für die weltweite Stadtentwicklung erachte. Gleichzeitig verwies er auf die Bedeutung des vornehmen Bürgertum für die Stadt durch umfangreiche Spenden.

Politischen Parteien reissen sich die Aufgaben unter den Nagel

So werden etwa in den USA jährlich 308 Milliarden US-Dollar gespendet, das auf die Population umgerechnete Verhältnis zu Europa beträgt 20:1. In Deutschland werden lediglich 4 Milliarden Euro gespendet - ein Umstand, welcher nach Sloterdijk direkt auf den fehlenden Adel und das entsprechend mangelnde «Geber»-Bewusstsein zurückzuführen ist. Denn Stolz sei weit vor Mitleid die Quelle der schenkenden Tugenden. Sloterdijk bedauert, dass man - nach dem Ausbruch der französischen Revolution - das Augenmass verloren und nicht rechtzeitig die gesamte Liquidierung des Adels gestoppt hatte. Heute würden nun die politischen Parteien sich teilweise die Aufgaben des Bürgertums «unter den Nagel reissen».

Ganzer Beitrag im Magazin von Swiss-Architects

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