Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Gegen wen wehrt sich das Zürcher Nagelhaus?

Das Nagelhaus im Chinesischen Chongqing und sein Zürcher Pendant am Escherwyss-Platz

Das Nagelhaus im Chinesischen Chongqing und sein Zürcher Pendant am Escherwyss-Platz

Bisher war es ruhig um das Kunstprojekt “Nagelhaus” – erstaunlich ruhig. Denn allzu leicht dürfte es den Verantwortlichen der Stadt Zürich nicht fallen, den Zusammenhang zwischen dem “Chinesischen Widerstandshaus” und der Situation am Escherwyss-Platz zu erklären. Gegen wen oder was wehrt sich das Zürcher Nagelhaus? Richtet sich der Protest gegen die Hardbrücke, die die Stadt gleichzeitig selber saniert?

Ich bin gespannt auf die Diskussion. Eine notwendige Diskussion, wie auch das wieder aktuelle Projekt “Hafenkran” deutlich macht. Der Bau des «Nagelhauses» in Zürich-West steht auf unsicherem Boden. Die Stadtzürcher SVP hat das Referendum ergriffen. Somit kommt es zu einer Volksabstimmung über die für den Bau vorgesehenen 5,9 Millionen Franken.

Mit dem «Nagelhaus» will der Stadtrat den Escher-Wyss-Platz als wichtigsten Umsteigeort im Quartier Zürich-West bis 2012 attraktiver machen. Zur Realisierung des Projekts beantragte er beim Parlament knapp 6 Millionen Franken.

Der Antrag stiess jedoch nur bei SP, Grünen und FDP auf Gegenliebe. Die SVP führte finanzielle und städtebauliche Bedenken an. Widerstand kam auch von Vertretern der CVP, EVP und AL. Die SVP kündigte das Referendum an und begann mit der Unterschriftensammlung. Diese neige sich nun dem Ende entgegen, bestätigte Fraktionschef Mauro Tuena einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Mittwoch. Man habe «weit über die nötigen 2000 Unterschriften gesammelt», sagte Tuena.

Das Projekt «Nagelhaus» besteht aus zwei Gebäuden. Vorgesehen sind ein Restaurant, ein Kiosk und öffentliche WCs. Die Hardbrücke soll dabei als Dach über den Gebäuden wahrgenommen werden. Der Bau soll den Eindruck erwecken, die Häuser seien ein Überbleibsel aus der Zeit vor dem Bau der Hardbrücke in den 70er-Jahren.

Mit ihrer Arbeit nehmen die beteiligten Künstler und Architekten ein Motiv auf, das als Pressefoto um die Welt ging. Das sogenannte Nagelhaus in der chinesischen Yangtse-Metropole Chongqing stand als Zeichen des Widerstandes wie ein einsamer Nagelkopf auf einem Erdstumpf in einer riesigen Baugrube. Der Besitzer wehrte sich jahrelang gegen den Abriss.



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