Kongresszentrum – Resultate der Workshops gehen nun in die öffentliche Diskussion
Stadt und Kanton Zürich haben in Workshops unter Einbezug von internen und externen Fachleuten vier mögliche Standorte geprüft. Es sind diese: der Standort am See (4), das Kasernenareal (3), das Geroldareal in Zürich-West (2) und der Vordere Kreis 5 (1).
Die Zwischenresultate liegen vor und können öffentlich diskutiert werden. Unter anderem am 10. Juni 2010 in einem für jedermann öffentlichen Echoraum.
Standort beim Hauptbahnhof ist Favorit
Die Fachleute sind sich einig: Ein Kongresszentrum beim Vorderen Kreis 5 bietet die grosse Chance, diesen bislang wenig attraktiven Ort und sein Umfeld städtebaulich positiv zu verändern. Die heute kaum beachtete Nordseite des Bahnhofs (Richtung Landesmuseum) könnte zusätzlich mit einem „Bahnhofplatz Nord” aufgewertet werden. Mit einem Kongresszentrum als markanten Kopfbau, würde der Auftakt in den Kreis 5 als Ergänzung zu seinen Bildungsbauten sinnvoll gestaltet. Insbesondere hat die Testplanung auch aufgezeigt, dass ein Kongresszentrum den im kantonalen Richtplan eingetragenen Stadttunnel nicht beeinträchtigen würde. Vertieft zu klären sind jedoch allfällige Auswirkungen auf die Verkehrsführung.
Standorte Kasernen-Areal und Hafen Enge sind problematischer
Bezüglich Flächenangebot wäre auch das Areal Geroldstrasse geeignet. Allerdings wird dieser Standort von den Kongressfachleuten als weniger attraktiv eingeschätzt.
Klartext: Die Lage neben Hardbrücke, Kehrichtverbrennung und Gleisfeld lässt sich im Wettbewerb gegen attraktive Standorte wie Luzern, Davos oder Interlaken nur schlecht vermarkten.
Die Testplanung zeigte, dass das Kasernenareal aus touristischer Sicht interessant wäre, dass aber das erhaltenswerte städtebauliche Gesamtensemble durch die Integration eines Kongresszentrums in seiner Qualität deutlich geschwächt würde und ein für das Quartier wertvoller Freiraum einem höheren Nutzungsdruck ausgesetzt wäre – Klartext: man rechnet mit erheblichem Widerstand aus dem Quartier.
Auch der Hafen Enge wird als schwieriger Standort eingeschätzt. Hier engen der Ufer- und Gewässerschutz den Planungsspielraum stark ein. Hinzu kommt, dass der Massstab eines Kongresszentrums die Dimensionen der Seefront sprengt und der heute stark von der Bevölkerung genutzte, parkartige Raum nicht durch eine Kongressnutzung oder gar ein Hotel eingeschränkt werden soll.
Klartext: Der Mut für einen Standort an der “heiligen Seefront” scheint zu fehlen.



