“Hard-Turm-Park” – Grundlagen des Bodenmarkes
Das Wohnbau-Projekt “Hard-Turm-Park” an der Pfingstweidstrasse muss wegen eines Referendums vors Volk. Die Gegner werfen der Stadt vor, sie würde Land zu günstig an die Investoren verkaufen. Dahinter stecken einerseits die Unkenntnis elementarer Bodenmarkt-Mechanismen und andererseits der inzwischen übliche politische Positionskampf.
1400 Fr/m2 beträgt der Verkaufspreis für die 3’000m2 Land, die die Stadt den privaten Investoren an der Pfingstweidstrasse verkaufen will. Ein Schnäppchen möchte man meinen, angesichts der Preise, die momentan in der Stadt Zürich für Baugrundstücke bezahlt werden. Allerdings handelt es sich bei besagtem Grundstück um einen schmalen Landstreifen entlang des Bahnviadukts, der ausser den Besitzern des Nachbargrundstücks niemanden interessiert, weil sich alleine auf dem Restgrundstück nichts realisieren lässt. Wenn nur ein Interessent da ist, der das Grundstück nutzen kann, bleibt der Stadt nur der Entscheid, das Land (das sie selber auch nicht nutzen kann) zu behalten oder es an den einen Interessenten zu verkaufen. Mit anderen Worten, es existiert kein Markt für diesen Boden. Folglich können auch keine Marktpreise realisiert werden. Neben dem Kaufpreis verpflichtet sich der Investor im vorliegenden Fall für zusätzliche Investitionen zu Gunsten der Stadt (Parkanlagen, Radwege, Abwasserkanal), die nochmals mit rund 1’000 Fr/m2 zu Buche schlagen. Ein guter Preis also, vergleicht man ihn mit den 1’500 Fr/m2, die der Kanton kürzlich im selben Quartier für Enteignungen zum Ausbau der Pfingstweidstrasse bezahlte.
Einmal mehr politisches Gerangel
Der Preis ist das eine. Hinter dem Referendum stecken aber auch ganz andere, schlicht politisch motivierte Rangeleien: Der Gestaltungsplan (2005) und drei Landverkäufe (2008) hat der Stadtrat im Alleingang beschlossen. Erst ganz zum Schluss hat er den Landverkauf an der Pfingstweidstrasse – ohne den die ganze Überbauung nicht realisiert werden kann – dem Gemeinderat vorgelegt. Prompt wird dem Stadtrat vorgeworfen Parlament und Stimmvolk auszutricksen. Und die “ungefragten” Gemeinderäte schlagen nun auch prompt zurück – mit dem Referendum. Macht dieses Vorgehen Schule, dürfen wir künftig noch über viele Bauprojekte an der Urne entscheiden.




