Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Gefährdeter Flughafen Zürich: es sind nicht die Deutschen…

In Sachen Flughafen streitet die Schweiz mit Deutschland. Bundesrätin Leuthard sprach gar von «Taliban».Thomas Held, bis letztes Jahr Direktor des Think Tanks Avenir Suisse, ortet die Probleme zum Ausbau des Zürcher Flughafens aber im Inland.

«Inzwischen haben beide Seiten gesehen, dass man so nicht weiterkommt. Solange bei uns mit hausgemachten Verhinderungsinitiativen die Existenz des Flughafens gefährdet wird, sollten wir nicht auf die bösen Deutschen zeigen. Bald stimmen wir ja sogar darüber ab, ob wir unser eigenes Verbesserungspotenzial überhaupt nutzen dürfen. Dabei ist es völlig klar, dass die Zukunft des Flughafens nur mit einem vernünftigen Ausbau möglich ist. Es sind nicht die Deutschen, sondern die schweizerischen «Schutzorganisationen », die Pistenverlängerungen oder eine Parallelpiste – was klar die beste Lösung wäre – für immer verbieten wollen. Die Frage ist nur, wer uns dann vor dem Wegziehen der Firmen und dem wirtschaftlichen Niedergang schützt.»

Das ganze Interview mit Thomas Held in persönlich  8/2011.

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3 Kommentare

  1. Bevor an einen Ausbau von Flughäfen gedacht werden sollte, wäre es sicherlich erstmal besser,die vorhanden Start- und Landemöglichkeiten besser zu nutzen. Dazu gehört auch, völlig unsinnige und wirtschaftlich irrationale Flüge zu verbieten – dazu zähen alle Flüge mit einer Distanz von weniger als 300 Km. Auf diesen Flügen ist der Energieverbrauch unverhältnismässig hoch (umgerechnet auf die Km), meist werden noch nicht mal die normalen Flughöhen erreicht und es gibt Alternativen wie Bahn und Auto, die in ähnlicher Zeitdauer mit deutlich weniger Umweltbelastung, Energieverbrauch und Lärmbelästigung genutzt werden können. Auf diese Weise können bestehende Kapazitäten für internationale Flüge verwendet werden, die ja anscheinend so wichtig für den Standort Schweiz sind. Allerdings sollte generell nicht vergessen werden, dass auch der Tourismus eine wichtige Stütze der schweizer Volkswirtschaft ist – der ist auf Ruhe und ein ökologisches Gleichgewicht angewiesen.

    Viele Grüsse

    Axel Uhl

  2. Sehr geehrter Herr Uhl
    Danke für Ihren Kommentar. Er ist ein hervorragendes Beispiel, wie Diskussionen häufig ablaufen – und deshalb auch keine Lösungen bringen. Auf das eigentliche Thema (wer vverhindert den Ausbau des Flughafens..?) gehen Sie gar nicht erst ein, sondern bringen gleich Ihr Statement – und lenken die Diskussion auf einen Nebenschauplatz. Kaum jemand bestreitet, dass Kurzflüge unter 300km ökologischer Unsinn sind. Ihr Anteil am gesamten Flugverkehr ist jedoch verschwindend klein. So werden Sie für Ihr Anliegen zwar leicht Befürworter finden, das eigentliche Problem verdrängen Sie aber einfach. So wie man das aus den meisten Diskussionen im Fernsehen auch kennt.

  3. Sehr geehrter Herr Imbach,

    es lag nicht in meiner Absicht an einer Fernsehdiskussion teilzunehmen. Haben Sie denn konkrete Zahlen, um Ihr Argument “verschwindend gering” zu belegen? Auf das zweite Argument gehen Sie leider gar nicht ein – nämlich den Nutzen erhöhten Flugaufkommens, dem Schaden durch Lärmemissionen gegenüberzustellen. Würde man diese externen Effekte in die Flugpreise einrechnen und die Steuervergünstigungen für Flugbenzin abschaffen, wäre das Fliegen so teuer, dass es sich nur noch Wenige leisten könnten – und dann bräuchte man auch keine Diskussionen mehr darüber führen, wer den Ausbau des Flughafens verhindert. Dies ist nämlich völlig irrelevant, da ein Ausbau wirtschaftlich und ökologisch unsinnig ist. Das Fliegen würde sich auf ein “vernünftiges” Mass einpendeln. Unabhängig davon werden steigende Erdoelpreise in wenigen Jahren den gleichen Effekt erzielen.

    Viele Grüsse

    Axel Uhl

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