Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte

Sauglattismus rund um’s Eisstadion

Die geplante Sportarena in Zürich Altstetten im Stadtmodell von Zürich.

Letzte Woche präsentierte der Stadtrat zusammen mit den beteiligten Sportklubs das Projekt für das neue Eishockeystadion in Zürich Altstetten.  Neben dem Eishockeyklub ZSC Lions beteiligt sich der Volleyballverein Volero Zürich an der Sportarena, womit laut Promotoren die Wirtschaftlichkeit verbessert werde. Geplant ist, dass die Stadt Zürich den Bauherren ZSC Lions und Volero Zürich ein Darlehen zu Selbstkosten von 149 Millionen Franken zur Verfügung stellt, um den 193 Millionen Franken teuren Bau zu realisieren (NZZ 3. 2. 12). Für die restlichen 44 Millionen Franken kommen der ZSC mit 35 Millionen und Volero mit 9 Millionen Franken auf. Das Darlehen sollen die Sportklubs innert 65 Jahren zurückbezahlen, in der gleichen Frist wie der Baurechtsvertrag läuft. In den ersten 20 Jahren beträgt der Zins 1,75 Prozent, was einer Jahreszinslast von rund 2,6 Millionen Franken entspricht. Nun gerät aber gerade dieses Finanzierungsmodell politisch immer mehr unter Beschuss. 

Luzern und Basel haben es gut, die haben eine echte Fasnacht, wo Bierideen von Guggenmusiken und Cliquen dankbar aufgenommen und zu originellen Sujets ausgebaut werden. Dafür hat Zürich den Tagesanzeiger, der solch glatten Ideen eine Bühne bietet, wie zum Beispiel der Vorschlag das Stadion mittem im Grundwasser unter die Erde zu bauen. Grosse Projekte haben in Zürich immer einen schweren Stand, weil Sie eine ideale Plattform zur politischen Profilierung hergeben. Die einen versuchen es mit unterirdischen Bierideen und erreichen damit sogar ihr Ziel – mediale Aufmerksamkeit, die dem Projekt zwar nichts bringt, dafür die eigene Person ins bescheidene Rampenlicht rückt.

Wenn es darum geht, wirklich ernst zu machen mit einem neuen Stadion in Zürich, stehen allerdings ganz andere Themen zu Debatte. Denn bereits am Tag der Projekt-Präsentation reagierten die Parteien sehr zurückhaltend gegenüber dem vorgeschlagenen Finanzkonstrukt. Mittlerweile scheint sich der Widerstand durch alle Parteien hindurch zu formieren. Anscheinend haben die Mitglieder im Gemeinderat erstmals an der Projektpräsentation erfahren, dass der Stadtrat als Kreditgeber auftreten will. Zudem soll sich der Gemeinderat, gemäss Projektplanung des Stadtrates, nur zur Zonenänderung und zum Gestaltungsplan, nicht aber zum Kredit äussern können. Der politisch Unmut im Gemeinderat ist verständlich, und vorprogrammiert. Und er weckt Erinnerungen an die Kongresshausplanung, wo sich der Gemeinderat ebenfalls vom Stadtrat umgangen fühlte. Das politische Kräftemessen ist also wieder im Gang – mit höchst ungewissem Ausgang für das Stadionprojekt. Hinter den Angekündigten Eröffnungstermin der neuen Sportarena auf die Saison 2017/18 setzte ich auf jeden Fall schon mal ein grosses ?

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